Delegationsreise zum WHS Regional Meeting in Nairobi

Das WHS Regional Meeting zählt zu den wichtigsten internationalen Plattformen für globale Gesundheit. Mit mehr als 2.000 Teilnehmenden aus Politik, internationaler Zusammenarbeit, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft bietet das Treffen Raum für Austausch und Zusammenarbeit. Angesichts sinkender finanzieller Mittel für die internationale Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich, einer wachsenden Belastung durch nichtübertragbare Krankheiten sowie dem gleichzeitigen Wiederanstieg von Infektionskrankheiten sind solche internationalen Treffen heute wichtiger denn je. Sie ermöglichen es, gemeinsame Antworten auf globale Herausforderungen zu entwickeln und Prioritäten für leistungsfähige und widerstandsfähige Gesundheitssysteme zu setzen. Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen unter anderem die nachhaltige Finanzierung von Gesundheitssystemen, die Stärkung von Primary Health Care, der Ausbau lokaler Gesundheitsindustrien sowie der Umgang mit und die Prävention von nichtübertragbaren Krankheiten.

Für die GHA – German Health Alliance bot das WHS Regional Meeting die Möglichkeit, neue Lösungsansätze im internationalen Gesundheitsdialog zu diskutieren und den Beitrag deutscher Akteure aus Industrie, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sichtbar zu machen. Ziel war es, bestehende Silos aufzubrechen und sektorübergreifende Zusammenarbeit zu stärken. Vor dem Hintergrund reduzierter Fördermittel insbesondere seitens der USA kommt Deutschland und seinen Akteuren dabei eine wachsende Bedeutung im Bereich der globalen Gesundheit zu.
Aus diesem Grund war die GHA gemeinsam mit dem Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft mit einer Delegation aus Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und der Wissenschaft vor Ort. Die Zusammensetzung der Delegation spiegelte die Breite unser Mitgliedschaft wider und vereinte Perspektiven aus Industrie, humanitärer Hilfe, Forschung und Umsetzungspraxis. Ziel der Delegationsreise war es, Partnerschaften zu vertiefen, neue Kooperationen anzustoßen und gemeinsam mit internationalen und lokalen Partnern an nachhaltigen Lösungen für globale Gesundheit zu arbeiten.

Ein zentraler Bestandteil des von der GHA organisierten Rahmenprogramms war ein Round Table mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Im Fokus stand die Frage, wie Entwicklungszusammenarbeit und deutsche Unternehmen enger und wirkungsvoller kooperieren können, um lokale Industrie und Wertschöpfung im Gesundheitssektor zu stärken. Die Diskussion machte deutlich, welche Rolle strukturierte Public-Private-Kooperationen künftig für den Aufbau resilienter Gesundheitssysteme spielen können. Vorgestellt wurden konkrete Projekte von Merck, BASF, Bayer, B. Braun und Sysmex, die zeigen, wie Investitionen in lokale Produktionskapazitäten, Ausbildung und nachhaltige Geschäftsmodelle langfristige Wirkung entfalten können.
Praxisnahe Einblicke bot zudem der Besuch des Nairobi County Emergency Operations Center. Das Zentrum wurde in Kooperation mit dem GHA-Mitglied Malteser International aufgebaut und ist ein zentraler Baustein für die Koordination von Gesundheitsnotfällen und Krisenreaktionen in Nairobi County. Die Delegation informierte sich über die Arbeitsweise des Zentrums und diskutierte, wie integrierte Notfallstrukturen und partnerschaftliche Ansätze zur Stärkung der Resilienz von Gesundheitssystemen beitragen können.

Am Donnerstag setzte die Delegation ihr Programm mit weiteren hochrangigen Terminen fort. Sie besuchte die Aga Khan Universität, deren Klinik als modernste medizinische Einrichtung in Ostafrika gilt. Darüber hinaus traf die Delegation im Ministry of Health den Principal Secretary des State Department for Medical Services, Dr. Ouma Olunga, sowie Vertreter des Kenya Medical Supply Instituts und weiterer staatlicher Organisaitonen, um sich über aktuelle gesundheitspolitische Prioritäten sowie Kooperationsmöglichkeiten mit deutschen Akteuren auszutauschen. Den Abschluss des Tages bildete ein Round Table mit lokalen Nichtregierungsorganisationen, bei dem das Gesundheitsökosystem in Kenia im Mittelpunkt stand.

Die Delegationsreise zum WHS Regional Meeting unterstreicht den Anspruch der German Health Alliance, sektorübergreifende Zusammenarbeit zu fördern und deutsche Akteure strategisch im internationalen Gesundheitskontext einzubinden. Die gewonnenen Erkenntnisse und Kontakte fließen in die weitere Arbeit der GHA ein und bilden eine wichtige Grundlage für zukünftige Kooperationen und Projekte.

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